Literaturkurs interviewt Regisseur Andreas Hartmann

Im Rahmen von doxs! – Dokumentarfilme für Kinder und Jugendliche schaute sich der Literaturkurs der Q1 den Film „Freier Mensch“ an. Arda Senlikci und Sevval Ibis berichten über ihre Erfahrungen mit diesem Film und die anschließende Diskussion mit dem Regisseur:

Arda: „In den Doppelstunden am 09. und am 16. November hatte der Literaturkurs der Q1 die Möglichkeit, unter Corona-Bedingungen, ein Interview mit Filmemacher Andreas Hartmann über seine Dokumentation „Freier Mensch“ zu führen.

Hierfür stellten wir uns die Fragen „Was ist der Sinn des Lebens?“, „Was bedeutet es, Zeit zu haben?“, „Was ist Luxus?“, und „Was heißt es frei zu sein?“ und diskutierten darüber, denn jeder hatte unterschiedliche Definitionen und Ansichtsweisen zu diesen Fragen. Dann stellten wir uns der Herausforderung des Minimalismus, während wir uns das Szenario „alleine auf einer Insel“ vorstellten. Dann schauten wir uns die Doku, „Freier Mensch“, an. In der Doku geht es um Kei, welcher zu dem Zeitpunkt 22 Jahre alt ist und beschließt alles hinzuschmeißen, um frei zu sein. Er lebte unter der Brücke, als er der Realität ins Gesicht blickt, dass er ohne festen Beruf nicht genug Geld hat, um über die Runden zu kommen.

Im Anschluss an den Filmes hatten wir viele Fragen, die wir dann während einer Videokonferenz an den Macher dieser Doku, Andreas Hartmann, stellen konnten. Dabei bereiteten wir uns gezielt auf die Konferenz vor, sodass wir die Stunde gut nutzen konnten, um alle offenen Fragen zu stellen zur Doku, aber auch allgemeine Fragen zu Kei und auch Fragen an den Produzenten selber. Wir haben erfahren, wie der Kontakt zu Kei entstanden ist und dass dieser heute noch besteht. Außerdem erzählte Herr Hartmann uns noch andere Ereignisse, die er während des Drehs erlebt hat, welche man nicht in der Doku sieht. Des Weiteren lernten wir ihn als Person und seinen Beruf besser kennen.

Durch diese Möglichkeit haben wir als Literaturkurs einen Blick hinter die Filmbranche werfen können.“

Sevval: „Am 16.11.2021 haben wir – der Literaturkurs – ein Interview mit dem Filmemacher Andreas Hartmann geführt. In diesem Interview haben wir Hartmann Fragen über seine Dokumentation „Freier Mensch“ gestellt, die im Jahr 2016 veröffentlicht und mit vielen Preisen ausgezeichnet worden ist.

Als Kurs haben wir uns die Dokumentation vorher zusammen angeschaut und da ist dann auch schon die ein oder andere Frage entstanden.

Vor dem Interview haben wir uns erstmal Fragen überlegt, die wir Andreas Hartmann dann später stellen könnten. Danach haben wir alle Fragen „eingesammelt“ und haben uns einen groben Plan gemacht.

In der Dokumentation „Freier Mensch“ geht es um die Hauptperson Kei, der sein sicheres Zuhause auf der Insel Awaji gegen eine ungewisse Zukunft als Obdachloser auf den Straßen und unter den Brücken Kyotos getauscht hat, nachdem er sein BWL-Studium und seinen Militärdienst gegen den Willen seiner Eltern abgebrochen hat. Schon als Kind war Kei ein introvertierter Außenseiter mit eigenen Interessen. Nachdem er als Kind den Film „Top Gun“ mit seinem Vater sah, entwickelte er eine Faszination für das Militär. Im Laufe der Jahre entfaltete sich eine neue Leidenschaft für Kei: die klassische Musik. In seiner Freizeit hörte er sehr gerne Musik, um sich zu entspannen oder einfach seinen Gefühlen zu folgen/herauszulassen. Als jedoch der beim Militär verdiente Lohn aufgebraucht war, musste sich Kei der Realität stellen und als schlecht bezahlter Tagelöhner bei Ausgrabungen schuften.

Das Interview hat per Zoom stattgefunden, wegen der Pandemie. Da wir uns schon Gedanken gemacht hatten, lief das Interview sehr flüssig und gut. Wir haben Fragen zum Regisseur selbst fragen dürfen, als auch Fragen zu Kei und Fragen rund um den Film, da wir als Literaturkurs bald ein eigenes Theaterstück aufführen werden – wenn bis dahin alles gut läuft. Hartmann hat uns gute Tipps geben können und uns auch erzählt, dass er nur mit einer Kamera gefilmt hatte, was sehr faszinierend war. Als wir ihn fragten, wie der Kontakt zu Kei eigentlich zustande gekommen ist, erzählte er uns, dass er durch ein Stipendium für Monate in Japan leben durfte und dann Kei zufällig an einem Fluss, wo er Morgens immer mit dem Fahrrad vorbeifuhr, kennengelernt hat. Als Kei ihm seine Geschichte erzählt hat, war Hartmann sehr interessiert, besonders an seinen Charakter. Nach kurzer Zeit entschied sich Hartmann diese Dokumentation zu filmen. Den Ort unter dieser Brücke, wo Kei lebte, nannte man in Japan auch einen „Meeting Place“, das bedeutet, dass man schnell mit vielen Obdachlosen in Kontakt kommen konnte, wo auch Leute aus aller Welt lebten. Darüber hinaus erzählte Hartmann uns, dass Kei sich schnell an das Filmen und die Kamera gewöhnt hatte und es den beiden Spaß gemacht hat. Beim Schnitt hat er meistens an einem Tag acht bis zehn Stunden gesessen, aber wie er uns mitteilte, hat es ihm sehr großen Spaß gemacht. Was uns erfreute ist, dass Hartmann noch in Kontakt mit Kei ist. Des Weiteren verriet er uns auch, dass Kei wieder zu seinen Eltern umgezogen ist und dort auch einen festen Job hat.

Am Ende sagte uns der Regisseur, wie es eigentlich ist, Regisseur zu sein und was man alles tun muss, um diesen Beruf ausüben zu können. Zum Schluss berichtete Hartmann, dass er bald einen Podcast veröffentlichen wird und auf jeden Fall noch andere Projekte im Gange sind. Wir freuen uns schon sehr und wünschen ihm weiterhin viel Erfolg!

Wir wollten uns nochmal bei Andreas Hartmann bedanken, dass er sich die Zeit genommen hat, um unsere Fragen zu beantworten.“

Arda Senlikci, Sevval Ibis (Q1)

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