Hunde messen im Mathematikunterricht

Sehnsüchtig hatten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 5c darauf gewartet, endlich auch mal „Mathe mit Hund“ zu machen. Schon in der Grundschule hatten sie von diesem besonderen Mathematikunterricht gehört, und nun war es endlich soweit.

In einem Kurzprojekt entwickelten die Fünftklässler in Gruppen Textaufgaben zu den Themen Längen, Fläche und Umfang. Die Aufgaben mussten so gestaltet sein, dass Messdaten von Copper und Hank, den Hunden der Mathelehrerin Heike Kirstein, darin enthalten waren, also z.B. die Bein-, Ohr- oder Schwanzlänge der Hunde, ihre Höhe oder ihre Breite. Desweitern durften die Schülerinnen und Schüler im Internet recherchieren, um z.B. Vergleichsdaten von anderen Tieren zu erhalten oder sonstige wichtige Informationen für ihre Aufgaben zu bekommen.

Die Aufgaben wurden ordentlich aufgeschrieben. Die Kinder überlegten noch mal gründlich, ob ihre Aufgabe auch funktioniert. So kam eine Gruppe mit der Aufgabe „Das Ohr von einem Hasen ist 15 cm lang, ist Coppers Ohr länger?“ zu dem Schluss, dass hier ja gar nicht gerechnet werden muss und änderte diese Aufgabe noch so, dass der Längenunterschied berechnet werden musste. Auch bei der folgenden Aufgabe mussten die Schüler feststellen, dass es sich nicht um eine Rechen-, sondern um eine reine Messaufgabe handelt: Copper und Hank gehen zum Friseur. Von dem langen Fell soll die Hälfte abgeschnitten werden. Miss, wie lang ihr Fell ist. Eine weitere Aufgabe war: Copper und Hank liegen mit 5 cm Abstand nebeneinander. Wie groß muss ein Teppich sein, damit beide Hunde darauf passen? Hier war eine Planfigur nötig um zu verstehen, wie groß die Seitenlängen des zu berechnenden Rechtecks sind. Und bei allen Aufgaben musste genau überlegt werden, was bei den Hunden gemessen werden muss und wer beim Messen welche Aufgabe übernimmt.

In der nächsten Unterrichtsstunde waren Copper und Hank, die höchst geduldigen und sehr kinderfreundlichen Elos der Mathelehrerin, mit im Unterricht. Die Kinder hatten Maßbänder und Zollstöcke dabei, und es wurde eifrig gemessen. Dabei musste Frau Kirstein manchmal auf arge Messungenauigkeiten hinweisen und kleine Hilfestellungen geben.

Anschließend ergänzten die Schülerinnen und Schüler in ihren Aufgaben die bisher fehlenden Hundedaten und erstellten dann Musterlösungen. Dabei kam es durchaus vor, dass Aufgaben noch geändert werden mussten, weil die Kinder feststellten, dass wichtige Daten fehlten, die sie dann aber noch ergänzen konnten. Diese Unterrichtsstunde mit den Hunden hat allen sehr viel Freude bereitet.

Im der folgenden Unterrichtsstunde stellte jede Gruppe ihre Aufgabe vor, übernahm die Rolle der Lehrerin und spornte die Mitschüler an, ihre Aufgabe zu lösen. Hier gab es spannende Momente, wenn die Mitschüler beispielsweise feststellten, dass die Aufgabe nicht lösbar war, weil wichtige Informationen fehlten. Aber aus Fehlern lernt man ja! Und an den interessanten Aufgaben hatten alle Spaß, z.B.: Ein Panda ist 1,2 bis 1,8 m groß. Copper ist 51 cm hoch. Wie viel ist der Panda größer als Copper?

Zazou kritisierte, dass die „Lehrer“ manchmal zu leise gesprochen hätten, und Lana meinte, dass noch mehr und intensivere Vorbereitung nötig gewesen wäre. Aber insgesamt waren sie sich einig, dass es großen Spaß gemacht hat und eine Abwechslung war. Viktoriia sagte sogar spontan: „Wenn ich groß bin, werde ich Mathelehrerin.“

Heike Kirstein

Comments are closed.