Stufe 6 übernachtet am Eyller See

Für die jetzigen Sechstklässler ist im letzten Jahr die Eyller See-Fahrt wegen Corona ausgefallen. Die für Oktober geplante fünftägige Klassenfahrt auf den Bückeberg in Niedersachsen konnte wegen Corona ebenfalls nicht stattfinden. Zwar wurde eine tolle „Alternative Klassenfahrt zuhause“ durchgeführt, aber ein entscheidender Faktor fehlte: die gemeinsame Übernachtung. Etliche Kinder konnten auch in der Grundschule keine Klassenfahrt erleben, und so wurde es höchste Zeit, dass die Sechstklässler diese Erfahrung nun endlich machen konnten.

Von Dienstag, 21.6.22, bis Mittwoch, 22.6.22, fuhren sie gemeinsam mit ihren Klassenlehrerinnen Jana Pohler und Heike Kirstein, ihren Klassenlehrern Hendrik Klömmer und Manuel Thomas und den Begleitern Carolyn Ziemek, Franziska Wolf, Charlotte Gruhn und Silvan Beer auf den Jugendzeltplatz Eyller See in Kerken.

Der Zielort liegt sehr ländlich, die letzten Kilometer muss man auf schmalen Straßen, ja eher Wegen, zurücklegen. Dort passierte es, dass der Busfahrer die letzte Kurve vor dem Ziel unterschätzte und mit einem Reifen im Graben landete, was große Aufregung verursachte, aber letztendlich nicht wirklich gefährlich war. Alle konnten gefahrlos aussteigen und auch das Gepäck entladen. Der Bus war allerdings fahruntauglich und musste mit einem Kran geborgen werden, so dass die Kinder den letzten knappen Kilometer mit Gepäck zu Fuß zurücklegen mussten. Das galt genauso für die Kinder, die im zweiten Bus saßen, weil die Straße durch den ersten Bus nun leider blockiert war. Wie gut, dass im Infobrief darauf hingewiesen wurde, dass jeder nur so viel Gepäck mitnehmen darf, wie er alleine tragen kann.

Trotz dieses Zwischenfalls und des anstrengenden Gepäckmarsches kamen die meisten Kinder gespannt und gut gelaunt am Zeltplatz an. Sie waren aufgeregt, was sie erwartet und freuten sich auf die vielen Freizeitmöglichkeiten, die ihnen geboten wurden.

Zunächst wurden die Großraumzelte bezogen: Schlafplatz aussuchen, Isomatten verteilen, Luftmatratzen aufgepusten und Schlafsäcke richten. Dann wurde der riesige Platz inspiziert. Die sportlichen Kinder nahmen umgehend den Fußballplatz, das Beachvolleyballfeld und den Basketballplatz in Beschlag und haben teilweise bis zum Dunkelwerden fast durchgespielt. Andere erforschten die große Rutsche, den Spielplatz und den Niederseilparcour. Eine Gruppe spielte mit Begeisterung Werwolf in einer Waldhütte. Und wieder andere suchten sich ein nettes Plätzchen zum Quatschen und Chillen.

Zwischendurch wurde gepicknickt. Das Mittagessen hatten nämlich alle noch von Zuhause mitgebracht. Besonders einfallsreich erwiesen sich hierbei die Mädchen aus der 6c, die ein Farbenpicknick organisiert hatten. Jedes Mädchen hatte im Vorfeld eine Farbe bekommen und sollte nun Essen in dieser Farbe mitbringen, etwa rote Tomaten, orangene Möhren, aber auch rosa Marshmallows oder braune Schokolade.

Am Nachmittag boten die Lehrer dann verschiedene Workshops an. Mit großem Elan wurde geklettert, Badminton, den Schülerinnen und Schülern besser bekannt als Federball, und Tischtennis gespielt. Aber auch die kreativen Angebote wurden begeistert angenommen: Taschen und Steine bemalen, (Perlen)Schmuck basteln und Freundschaftsbänder knüpfen. Bei herrlichem Wetter verging die Zeit wie im Flug.

Und dann gab es auch schon Abendessen. Ein ortsansässiger Imbiss versorgte über 100 hungrige Mäuler mit Döner, Pommes und Pizza.

Frisch gestärkt wurden viele Aktivitäten vom Vormittag wieder aufgenommen. Ohne Handy aber mit viel Bewegung und intensiven sozialen Kontakten war es ruckzuck 21 Uhr. Holz wurde gesammelt und das Lagerfeuer unter den Augen der Schulleiterin Benedikte Herrmann, die zu einem kurzen Besuch nach Kerken gekommen war, entfacht. Jetzt konnten leckere Marshmallows gebraten werden.

Da es sich ja um den längsten Tag des Jahres handelte, wurde es erst sehr spät dunkel. Und weil die Kinder sich bis dahin wirklich sehr gut benommen hatten, wurde die Bettgehzeit zur großen Freude der Sechstklässler auf nach Mitternacht verlängert.

Über die Nacht wird der Mantel des Schweigens gelegt. Nicht alle Kinder haben sich da von ihrer besten Seite gezeigt.

Beim Frühstück im Freien wurde wieder gut gegessen und trotz sehr kurzer Nacht war die Stimmung bestens. Noch ein letztes Mal konnten die Kinder sich anschließend damit beschäftigen, was ihnen am meisten Spaß bereitete. Dann wurden die Zelte und der Platz aufgeräumt und gesäubert und schon standen die Busse vor dem Tor. Ohne Komplikationen kamen alle wieder in Rheinhausen an, wo etliche zuhause in einen komaähnlichen Schlaf fielen. Schön war es, aber eben auch sehr anstrengend.

Heike Kirstein

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