
Im Rahmen der Unterrichtsreihe „Arzneimittel und Spurenstoffe in Gewässern“ unternahm der Biochemiekurs der Jahrgangsstufe 9 des Krupp-Gymnasium Duisburg eine Exkursion zum LINEG-Klärwerk Duisburg-Rheinhausen. Dort konnten die Schüler:innen hautnah erleben, wie moderne Abwasserreinigung funktioniert und welche Rolle Kläranlagen beim Schutz unserer Gewässer spielen.
In den vergangenen Wochen hatten sich die Schüler:innen bereits intensiv mit dem Thema Arzneimittel beschäftigt: Wie entstehen Schmerzen im menschlichen Körper? Wie wirken Schmerzmittel? Und wie gelangen Rückstände von Medikamenten, Hormonen oder Düngemitteln überhaupt in unsere Flüsse und letztlich in den Wasserkreislauf? Passend dazu hatten die Kurse im Unterricht sogar eigene Schmerzmittel hergestellt und deren Wirkweise untersucht.
Die Exkursion bot nun die Gelegenheit, die theoretischen Inhalte mit realen technischen Prozessen zu verknüpfen. Nach der Ankunft am Klärwerk wurden die Schüler:innen von einem Mitarbeiter der Anlage über das Gelände geführt. Dabei erhielten sie spannende Einblicke in die verschiedenen Reinigungsstufen des Klärwerks: vom Zulauf des Abwassers über das Rechenhaus und den Sandfang bis hin zu den Belebungs- und Klärbecken, in denen biologische Reinigungsprozesse stattfinden.
Besonders eindrucksvoll waren außerdem die Besichtigung der Schlammpressen, der Faultürme und der Energieanlagen, mit denen das Klärwerk einen Teil seiner Energie selbst erzeugt. Auch die ehemalige zentrale Warte des Klärwerks wurde gezeigt – heute werden die Prozesse größtenteils digital und computergestützt überwacht.
Ein besonderes Highlight der Exkursion war der Aufstieg auf das Wartungsgebäude der Anlage. Von dort aus bot sich ein beeindruckender Blick über das gesamte Klärwerksgelände, das Naturschutzgebiet Werthausener Wart, den Rhein bis hin zur A40-Brücke und nach Ruhrort. So konnten die Schüler:innen die Dimensionen der Anlage und die Zusammenhänge der einzelnen Reinigungsstufen einmal aus einer völlig neuen Perspektive wahrnehmen – weit über das hinaus, was ein Schema im Unterricht vermitteln kann.
Zum Abschluss traf sich der Kurs noch am Rheinufer im Naturschutzgebiet Werthausener Wart zu einer gemeinsamen Nachbesprechung. Dabei wurde deutlich, wie wichtig moderne Abwasserreinigung für Umwelt- und Gewässerschutz ist – insbesondere im Umgang mit Arzneimittelrückständen und anderen Spurenstoffen.
Die Exkursion war für alle Beteiligten ein spannender und lehrreicher Tag, der eindrucksvoll gezeigt hat, wie eng Naturwissenschaft, Technik und Umweltschutz miteinander verbunden sind.
Steven Tyrrell













