Die Klassen 10c und 10e machen Zellteilung zum Trickfilm
Wie lassen sich Vorgänge sichtbar machen, die normalerweise im Verborgenen ablaufen? Die Klassen 10c und 10e haben sich im Biologieunterricht dieser Frage auf kreative Weise genähert: Mit selbst gestalteten Stop-Motion-Filmen veranschaulichten sie die Mitose und die Meiose – zwei grundlegende Prozesse der Zellteilung.
Im Rahmen der Unterrichtsreihe zu Genetik und Vererbung haben sich die Schülerinnen und Schüler in den vergangenen Stunden Schritt für Schritt mit den Grundlagen der Vererbung beschäftigt. Dabei ging es nicht nur um theoretisches Wissen, sondern auch darum, biologische Strukturen und Prozesse selbst zu untersuchen. So wurden Zellkerne mikroskopiert und DNA mithilfe von eiskaltem Ethanol und einer einfachen Extraktionsmethode sichtbar gemacht. Bei Untersuchungen von Zwiebelwurzelspitzen konnten die Lernenden außerdem mitotische Zellteilungen unter dem Mikroskop beobachten. Auf dieser Grundlage erarbeiteten sie anschließend die Meiose und verglichen deren Ablauf und biologische Bedeutung mit der Mitose.

Aus vielen Einzelbildern wird ein Film
Zum Abschluss der Unterrichtsreihe vor den Ferien wurde es kreativ: In kleinen Filmprojekten setzten die Klassen die beiden Teilungsprozesse mit der Stop-Motion-Technik um. Dafür kamen ganz unterschiedliche Materialien zum Einsatz – von Pfeifenreinigern, Trinkhalmen und Wollfäden über Gummibänder bis hin zu Knete. Auch auf den Unterlagen entstanden Zeichnungen und Modelle, mit denen die Schülerinnen und Schüler die Vorgänge innerhalb der Zelle darstellten.
Mit den Schultablets und den entsprechenden Apps fotografierten sie ihre Modelle Schritt für Schritt. Werden die Einzelbilder anschließend schnell hintereinander abgespielt, entsteht der Eindruck einer Bewegung. Auf diese Weise konnten die Lernenden beispielsweise darstellen, wie sich Chromosomen anordnen, getrennt und auf die entstehenden Zellen verteilt werden.
Eine Schülerin wählte einen anderen kreativen Zugang und zeichnete einen eigenen Trickfilm vollständig von Hand.

Biologie verstehen, indem man sie selbst darstellt
Die besondere Herausforderung bestand darin, aus einem komplexen biologischen Vorgang eine verständliche Bildfolge zu entwickeln. Denn Mitose und Meiose lassen sich zwar mit Modellen veranschaulichen, unterscheiden sich aber in wichtigen Punkten: Während bei der Mitose zwei genetisch weitgehend identische Tochterzellen entstehen, führt die Meiose zur Bildung von vier haploiden Zellen und spielt damit eine zentrale Rolle bei der sexuellen Fortpflanzung.
Die filmische Umsetzung erforderte deshalb mehr als nur kreative Ideen. Die Schülerinnen und Schüler mussten die einzelnen Schritte in die richtige Reihenfolge bringen, Strukturen passend darstellen und die Unterschiede zwischen den beiden Prozessen herausarbeiten. So verband das Projekt fachliches Lernen mit kreativem Gestalten und digitalem Arbeiten. Aus abstrakten Vorgängen wurden selbst entwickelte Modelle, aus einzelnen Fotos kleine Filme – und aus einer anspruchsvollen Unterrichtseinheit ein anschaulicher Abschluss vor den Ferien.
Steven Tyrrell

