
Es duftete nach Lavendel, Zitrus und Minze, auf den Arbeitstischen standen Messbecher, Öle und Formen – und mittendrin arbeiteten die Schülerinnen und Schüler des Biochemiekurses der Jahrgangsstufe 9 konzentriert an ihren ganz persönlichen Seifen. Im Rahmen der Unterrichtsreihe zum Thema Kosmetika wurde die Theorie in den vergangenen Stunden praktisch umgesetzt. Nachdem bereits eigene Hautcremes hergestellt worden waren, stand nun die Herstellung von Seife im Kaltsiedeverfahren auf dem Programm. Dafür wurden pflanzliche Öle mit Natronlauge zur Reaktion gebracht – ein chemischer Prozess, der als Verseifung bezeichnet wird. Anschließend konnten die Schülerinnen und Schüler ihre Seifen individuell gestalten: Farben, Duftstoffe und verschiedene Formen sorgten dafür, dass am Ende jedes Stück ein echtes Unikat wurde. Mit dem Eingießen in die Formen ist die Arbeit allerdings noch nicht abgeschlossen. Während der Sommerferien läuft die Verseifungsreaktion weiter, sodass die Seifen ausreichend Zeit zum Reifen haben. Nach den Ferien können die fertigen Stücke ausgeformt und selbstverständlich mit nach Hause genommen werden.
Die praktische Einheit bildet den Auftakt für den nächsten Abschnitt der Unterrichtsreihe. Nach den Sommerferien beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler mit Tensiden – ihrem chemischen Aufbau, ihrer Herstellung und ihrer Bedeutung für Kosmetik, Haushalt und Umwelt. So zeigt sich einmal mehr, dass Naturwissenschaft am Krupp-Gymnasium nicht nur aus Formeln und Modellen besteht, sondern vor allem davon lebt, chemische Zusammenhänge selbst zu erleben und zu verstehen.
Steven Tyrrell




